Institut für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik
 Universitätsmedizin Leipzig

Hinweise zu diagnostischen Leistungen des Instituts für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik (ILM)

INHALTSVERZEICHNIS

1. Wichtige Adressen, Telefonnummern und Ansprechpartner des Instituts für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik (ILM)

2. Leistungen des Instituts für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik
2.1 Leistungsspektrum
2.2 Anforderung von Parametern
2.3 Bearbeitungszeiten
2.4 Nachmeldungen und Archivierung
2.5 Studien
2.6 Labormedizinische Beratung
2.7 Externe Vergabe von Analysen
2.8 Notfallkonzept

3. Präanalytik
3.1 Einflussgrößen, Störfaktoren
3.2 Probengewinnung
3.2.1 Untersuchungsmaterial
3.2.2 Probengefäße
3.2.3 Probennahme
3.3 Probentransport, Probenversand
3.3.1 Probentransport innerhalb des Universitätsklinikums
3.3.2 Probenversand an Auftragslaboratorien

4. Laborrechner


1. Wichtige Adressen des Instituts für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik

Anfragen zu Laborbefunden, Abnahmebedingungen und labormedizinische Beratung werden über die Leitstelle des Instituts beantwortet bzw. an die verantwortlichen Mitarbeiter weitervermittelt. Für die Beratung und bei der klinischen Befundbeurteilung steht ein Konsiliardienst des Instituts zur Verfügung.

Zentrale Leitstelle des Instituts (24 h Dienst)
Paul-List-Str. 13/15, 04103 Leipzig
Tel: 0341 / 97-22222
Fax: 0341 / 97-22229
E-Mail:zentrallabor@medizin.uni-leipzig.de

Medizinischer Hintergrunddienst (24 h Dienst)
Tel: 0341 / 97-22221

Sekretariat von Prof. Dr. med. Joachim Thiery
Tel 0341 / 97-22200
Fax 0341 / 97-22209

2. Leistungen des Instituts für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik

2.1 Leistungsspektrum

Das Leistungsspektrum umfasst:

  • Diagnostik der klinischen Chemie
  • Hämatologische Diagnostik
  • Hämostaseologie
  • Immun- und endokrinologische Diagnostik
  • Liquordiagnostik
  • Molekular- und Spezialdiagnostik
  • Neugeborenenscreening

2.2 Anforderung von Parametern

Die Anforderung von Laborparameter für Einsender des Universitätsklinikum Leipzig, UKL erfolgt online mit dem Programm l.i.c (Laborinformationssystem ISOFT). Steht l.i.c. nicht zur Verfügung können Laboruntersuchungen mit dem Notfallbeleg oder Laboranforderungsbeleg angefordert werden. Externe Einsendungen werden mit Überweisungsschein oder Laborauftrag beauftragt.
Das elektronische Anforderungssystem (l.i.c ISOFT) kann auf zwei Wegen gestartet werden:

  • aus dem Patientenkontext von der Patientenverwaltung i.s.h.med (SAP, Siemens AG). Die Anleitung kann hier (PDF 650 kB) heruntergeladen werden.
  • bei SAP-Ausfall tritt ein interdisziplinär abgestimmtes Notfallkonzept in Kraft.

2.3 Bearbeitungszeiten

Es werden Laboruntersuchungen mit drei Dringlichkeitsstufen angeboten. Die zugesicherten Bearbeitungszeiten gelten ab Eingang Labor.
Notfalluntersuchungen bei vitaler Gefährdung (Dringlichkeitsstufe 2)
Notfalldiagnostik wird rund um die Uhr (24/7) mit einer Befundrücklaufzeit < 45 min für die in Abbildung 1 dargestellten Parameter des l.i.c Notfallformulars angeboten. Eine schnellstmögliche Befunderstellung hat hierbei höchste Priorität. Da dies mit einem extrem hohen Aufwand verbunden ist und die Bearbeitung von Proben normaler Dringlichkeit verzögert, muss die Anforderung von Notfallanalysen auf vitale Indikationen beschränkt sein.

Plus Symbol
Abbildung 1: elektronische Notfalllaborkarte


Die weitere Befundrückführung bei Notfallanforderungen erfolgt auf elektronischem Weg, als Fax oder als Einzelbefund auf dem Stationsdrucker. Eine telefonische Vorabinformation der Analysenergebnisse der Notfallparameter erfolgt zusätzlich, um die notfallmedizinischen Maßnahmen zu unterstützen.
Notfallproben müssen für eine schnelle Bearbeitung in den roten Notfalltüten mit der Aufschrift „Notfallabor" verschickt werden und mit einer roten Kappe gesondert gekennzeichnet werden.

Eilanalytik (Dringlichkeitsstufe 1)
Das ILM bietet rund um die Uhr eine (24/7) Eilanalytik an. Das Parameterspektrum beschränkt sich auf die im ISOFT in roter Schriftfarbe hervorgehobenen Parameter. Die Bearbeitungszeit beträgt < 90 Minuten. Weitere Analyte können zusätzlich angefordert werden, die Erbringung erfolgt jedoch nicht als Eilanalytik. Eilproben müssen in grauen Taschen mit der Aufschrift „Zentrallabor" verschickt werden. Rote Notfalltüten dürfen ausschließlich für Notfallaufträge verwendet werden.

Plus Symbol
Abbildung 2: elektronische Laborkarte, alle rot geschriebenen Analyten können als Eilanalytik angefordert werden

Routineanalytik und Spezialuntersuchungen (Dringlichkeitsstufe 0)
Die Fertigstellung der Ergebnisse erfolgt in der Regel am Tag des Probeneingangs. Ausnahmen sind Spezialparameter, die z.T nur einmal wöchentlich bestimmt werden. Bei der Festlegung der Analysezeiten wird die medizinische Indikation berücksichtigt, gleichzeitig aber auch eine wirtschaftlich effiziente Bearbeitung sichergestellt. Angaben zur voraussichtlichen Bearbeitungsdauer finden Sie auch im Laborkatalog unter den einzelnen Parametern.
Bei diagnostischen Fragestellungen mit dringender medizinischer Indikation können Analysen auf Anfrage vorgezogen werden.

2.4 Nachmeldungen und Archivierung

Laborparameter können unter Berücksichtigung der präanalytischen Anforderungen nachgefordert werden:

  • für die noch nicht aktivierten Aufträge, direkt im l.i.c durch markieren im Anforderungsformular
  • per Fax mit diesem hier Formular
  • telefonisch unter der Nummer 22222. Bitte beachten Sie dass zwischen 18:00 Uhr und 6:00 Uhr, und an Wochenenden ab 14:00 Uhr Spezialparameter ausschließlich per Fax nachgefordert werden können.

Primärproben für die Gerinnungsdiagnostik werden nach der Analytik für maximal 4 Stunden aufbewahrt.
Weitere Lagerungs- und Aufbewahrungszeiten für Rückstellproben gehen aus den Tabellen 1 und 2 hervor. Nicht aufgeführte Aufbewahrungszeiten von weiteren Körperflüssigkeiten können über die Leitstelle (0341-97 22222) erfragt werden.

Proben (Farbe der Monovette) Aufbewahrungszeit Temperatur
Li-Heparin-Plasma (orange) 6 Tage 2° - 8°C
Serum (braun) 6 Tage 2° - 8°C
NaF- Plasma (gelb) 6 Tage 2° - 8°C
EDTA-Vollblut für HBA1c-Nachmeldung (rot) 2 Tage 2° - 8°C
EDTA-Vollblut Immunsuppressiva (rot) 6 Tage 2° - 8°C
Urin für klinische Chemie (gelb) 6 Tage 2° - 8°C

Tabelle 1. Lagerung von Primärproben


Proben Aufbewahrungszeit Temperatur
Urin bei positivem Drogensceeningbefund ca.  bis 1 Jahr - 20°C
Serum der endokrinologischen Spezialanalytik ca. bis 3 Monate - 30°C
Proben aus der MELD -Diagnostik 3 Monate min. - 20°C

Tabelle 2. Lagerung von Rückstellproben

2.5 Studien

Das Institut bietet neben der aufgeführten Analytik zur Krankenversorgung und für Klinische Studien auch die Zusammenarbeit für wissenschaftliche Fragestellungen an.
Die jeweilige wissenschaftliche Fragestellung und Untersuchung muss vor Beginn mit dem ILM abgestimmt werden. Dabei kann die organisatorische Unterstützung festgelegt und so eine regelrechte Analytik gesichert werden. Bei Kontaktaufnahme bitten wir um die Ausfüllung eines entsprechenden Formblattes (PDF 60 kB) auf der Homepage des Instituts.

2.6 Labormedizinische Beratung

Der labormedizinische Dienst (Tel.: 0341-97 22221) und die modulspezifischen Konsiliardienste der ärztlichen und wissenschaftlichen Mitarbeiter des Institutes stehen zu Ihrer Beratung zur Verfügung. Die Kontaktdaten finden Sie auf der Homepage des Instituts.
Die labormedizinische Beratung schließt darüber hinaus auch weitere Aspekte wie z.B. die Abrechnung und die Analysekosten mit ein. Entsprechende Anfragen richten Sie bitte an das Sekretariat des Instituts (Tel.: 0341-97 22200)

2.7 Externe Vergabe von Analysen

In einigen Fällen werden Laborbestimmungen an externe Laboratorien vergeben. Ein „externes Laboratorium bzw. Auftragslabor" wird nach festgelegten Qualifikationskriterien (z.B. Akkreditierung, schriftlicher Vertrag) ausgewählt und regelmäßig hinsichtlich seiner Dienstleistungsqualität bewertet. Eine Liste der aktuellen Auftragslaboratorien kann im Labor erfragt werden.
Bei einer Anforderung an externe Labore wird die Probe aliquotiert. Die Abholung erfolgt direkt durch den Kurierfahrer des externen Labors oder durch einen vom Labor beauftragten Kurierdienst. Beim Eintreffen des Befundes wird im LIS ein Verweis auf den externen Befund eingegeben („siehe externer Befund"). Die Befunde werden von einem Arzt auf Plausibilität geprüft und anschließend im ISOFT als Scan-Bild dem Befund zugeordnet. Die Rechnung wird an das Labor geschickt und anschließend der Kostenstelle des Einsenders belastet.
Sollte der Einsender auf Grund von spezifischen Gründen im Ausnahmefall bei einem Patienten auf ein spezielles anderes externes Laborator zur Analyse bestehen, unterliegt der komplette Prozess des Versands und der Analyse der Verantwortung des Einsenders. In diesem Fall fungiert das Labor lediglich als Versandstelle.

2.8 Notfallkonzept

Zur Sicherstellung der labordiagnostischen Versorgung bei teilweisem oder totalem Ausfall der Datenkommunikation im Klinikum ist ein Maßnahmenplan festgelegt (z.B. Auftragsanforderung bei Ausfall des SAP). Die Einsender werden in diesen Fällen unverzüglich über das weitere Vorgehen informiert.
Bei teilweisem oder totalem Ausfall des Laborinformationssystems ist ausschließlich die Durchführung von Notfalluntersuchungen möglich.
Sollte aufgrund technischer Probleme eine hausinterne Probenabarbeitung nicht möglich sein, werden Proben notfallmäßig an vorab ausgewählte Laboratorien geschickt. Der ärztliche Hintergrunddienst beurteilt die Dringlichkeit der Probenabarbeitung und ordnet ggf. die Versendung an.

3. Präanalytik

3.1 Einflussgrößen, Störfaktoren

Die im Folgenden aufgeführten präanalytischen Richtlinien sind im Rahmen der Probengewinnung einzuhalten bzw. müssen in diesem Zusammenhang berücksichtigt werden:

Entnahmezeitpunkt der Probe
Zahlreiche Parameter unterliegen der Tagesrhythmik. Endogene (biologische)Rhythmen sind dabei oft durch exogene Rhythmen der Ernährung bzw. Flüssigkeitszufuhr oder körperlicher Aktivität überlagert. Die meisten Referenzbereiche wurden im morgendlichen Untersuchungsmaterial ermittelt. Für vergleichbare Ergebnisse wird daher generell eine Abnahme von Untersuchungsmaterial zwischen 7:00 Uhr und 9:00 Uhr empfohlen (siehe detaillierte Hinweise im Analysenverzeichnis). Ausnahmen von dieser Regel ergeben sich z.B. in der Notfallmedizin und anderen ausgewählten Fragestellungen. Dabei ist unbedingt die Abnahmezeit auf der Laboranforderungskarte zu vermerken, um eine sinnvolle Interpretation der Laborbefunde zu ermöglichen.

Nüchternheit des Patienten
Das Ausmaß des Einflusses der Nahrungsaufnahme auf Laborwerte ist u.a. abhängig von der Art der Ernährung, dem Zeitpunkt der Blutentnahme nach der Nahrungszufuhr und nicht zuletzt vom Gesundheitszustand des Patienten. Der Patient sollte deshalb bei der Gewinnung des Untersuchungsmaterials für eine Vielzahl von Parameter (siehe detaillierte Hinweise im Analysenverzeichnis) nüchtern sein.
Von dieser allgemeinen Regel sind Blutentnahmen im Rahmen der Notfalldiagnostik ausgenommen.

Einfluss von Medikamenten
Unplausible Resultate aus dem Labor sind häufig ein erster Hinweis auf Störungen durch Medikamente. Diese können die Bestimmung von Stoffwechselprodukten oder Enzymaktivitäten beeinflussen infolge von:

  • ihrer Bindung an Transporteiweiße,
  • ihres Stoffwechsels, vorrangig in der Leber und der Niere
  • ihrer intestinalen Resorption,
  • ihres direkten Einflusses auf die Bestimmungsmethode (Störfaktoren)

Um Einflüsse und Störungen durch Arzneimittel nach Möglichkeit zu eliminieren oder mindestens bei der Interpretation von Laborergebnissen zu berücksichtigen, empfiehlt sich:

  • alle als störend bekannten und nicht aus vitaler Indikation verordneten Medikamente nach Möglichkeit einige Tage vor der Gewinnung des Untersuchungsmaterials abzusetzen
  • die Morgenmedikation in jedem Falle erst nach der Gewinnung des Untersuchungsmaterials durchzuführen
  • Blutentnahmen für diagnostische Zwecke stets vor dem Anlegen einer Infusion vorzunehmen
  • potentiell auf den Laborwert einflussnehmende Medikamente auf dem Anforderungsbeleg anzugeben (z.B. Thyroxinsubstitution bei Schilddrüsenpatienten).

Einfluss körperlicher und psychischer Belastung
Um den Einfluss körperlicher Belastung zu vereinheitlichen, sollten alle Patienten mindestens 5 Minuten vor der Gewinnung des Untersuchungsmaterials in Ruhestellung verbleiben (sitzend oder liegend). Der Abnahme von Probenmaterial zur Diagnostik des endokrin bedingten Bluthochdrucks sollte eine Ruhelage von mindestens 20 Minuten in liegender Position vorausgehen.

Andere Einflussgrößen
Zu den therapeutischen und/oder diagnostischen Maßnahmen, welche Laborwerte verfälschen können, zählen:

  • Operationen, Injektionen, Punktionen, Biopsien, Endoskopien, Palpationen,
  • Infusionen und Transfusionen
  • Belastungs-EKG und Ganzkörpermassagen,
  • Röntgenkontrastmittel.

In der Praxis sind Kontaminationen des Blutes oder Serums mit Infusionslösungen eine sehr häufige Ursache von Störungen, insbesondere bei Blutentnahme aus dem Injektionssystem oder aus den Venen des gleichen Armes oberhalb der Infusionsstelle.
Der Einfluss der Stauung bei der Blutentnahme bewirkt im Regelfall nach 2 bis 3 Minuten eine Konzentrationserhöhung von Proteinen, proteingebundenen und korpuskulären Bestandteilen des Blutes. Ursache ist eine Hämokonzentration. Das Ausmaß der Konzentrationserhöhung ist von der Dauer und der Höhe des Staudruckes abhängig und übersteigt bei einer Stauzeit von 1 min im Regelfall 5% des Ausgangswertes nicht (Ausnahme: gerinnungsanalytische Parameter).

3.2 Probengewinnung

3.2.1 Untersuchungsmaterial

Folgendes Untersuchungsmaterial wird im Zentrallabor verarbeitet:

CB Citrat-Blut (grüne bzw. blaue Monovette)
CP Citrat-Plasma (grüne Monovette)
EB EDTA-Blut (rote Monovette)
EP EDTA-Plasma (rote Monovette)
FE Fluorid-EDTA (gelbe Monovette)
FP Fluorid-Plasma (gelbe Monovette)
FC Gluco-EXACT (gelb)
GP Gelenkpunktat (Antikoagulanz teilweise notwendig)
HB Lithium-Heparin-Blut (orange Monovette)
HP Lithium-Heparin-Plasma (orange Monovette)
L Liquor
S Serum-Monovette (braune bzw. weiße Monovette)
SO Sondermaterial (z. B. Punktate wie Pleura oder Aszites)
SPEL Spurenelement Lithium-Heparin (orange Monovette mit Aufkleber)
TB Trockenblut (auf Filterkarte)
U Spontanurin (gelbe Urinmonovette)
US Sammelurin, möglichst über 24h gesammelt, Sammelvorschrift beachten

3.2.2 Probengefäße

Diese Sarstedt-Gefäße für Blutentnahmen erhalten Sie vom Wirtschaftslager:
EDTA-Blut bzw. EDTA-Plasma
2,7 ml S-Monovette mit EDTA (rote Kappe)
Bestellnummer: 05.1167.001

Citrat-Plasma
3,0 ml S-Monovette mit Citrat (grüne Kappe)
Bestellnummer: 05.1165

Citrat-/Fluorid-Plasma
3,1 ml Gluco-EXACT (gelb)
Bestellnummer: 04.1945

Serum (Gerinnungsaktivator)
4,5 ml S-Monovette mit Granulat (weiße Kappe)
Bestellnummer: 05.1104

Serum-Gel (Gerinnungsaktivator)
4,7 ml S-Monovette mit Granulat und Polyacrylester-Gel (braune Kappe)
Bestellnummer: 03.1524

Fluorid-Plasma
2,7 ml S-Monovette mit Fluorid (gelbe Kappe)
Bestellnummer: 05.1073.001

Lithium-Heparinat-Plasma
2,7 ml S-Monovette mit Lithium-Heparin (orange Kappe)
Bestellnummer: 05.1553.001

Heparin-Blut (Blutgase)
2, 0 ml S-Monovette mit Lithium-Heparin (orange Kappe)
Bestellnummer: 05.1147.020

Liquor
10 ml Sarstedt-Röhrchen (steril, weißer Verschluss)
Bestellnummer: 62. 551.036

Spurenelemente/Metallanalytik
7,5 ml S-Monovette mit Lithium-Heparin (orange Kappe)
Bestellnummer: 01.1604.400

Citratblut für Aggregation
3,8 ml S-Monovette mit Citratpuffer (blaue Kappe)
Bestellnummer: 04.1910.001

Die Röhrchen sind entsprechend der Abfolge der Probenentnahme zu nummerieren.
Das bisherige Röhrchen (12 ml, steril, roter Verschluss, Bestellnummer: 83.9923.943) kann aufgrund präanalytischer Besonderheiten nicht mehr für die Liquoranalytik bestellt und verwendet werden!

Urinzusendung
10 ml Urin-Monovette (auch für Sammelurinportion nach gründlicher Durchmischung der Sammelmenge)
Bestellnummer: 10.252
Das Set zur Sammeluringewinnung ist über die Apotheke zu bestellen:
UriSet24, Firma Sarstedt, Bestellnummer: 77.578.
24 h-Urin bitte nicht insgesamt in das Labor einsenden, sondern nur einen Aliquot nach gründlichem Vermengen der gesamten Urinmenge (2-Liter-Plastikflasche [braun] =Sammelgefäß)

3.2.3 Probennahme

a) Blutentnahme
- Blutentnahme für molekulardiagnostische Untersuchungen

Aufgrund ihrer hohen Empfindlichkeit sind bei molekulardiagnostischen Untersuchungen besondere Maßnahmen bei der Blutentnahme zu beachten. Ziel dieser Maßnahmen ist die Vermeidung von Kontaminationen des Probenmaterials.

  • Nur EDTA-Probenröhrchen verwenden
  • Blut nach Entnahme durch mehrfaches Kippen des Probenröhrchens mit dem EDTA vermischen
  • Monovetten nicht öffnen
  • Material nicht aliquotieren
  • Schutzhandschuhe verwenden

  • Blutentnahme in Röhrchen mit Antikoagulantien

Die Abnahmen mit gerinnungshemmendem Zusatz (z.B. für Blutbild, Gerinnung) müssen direkt in die hierfür vorgesehenen Probengefäße erfolgen. Bitte achten Sie bei Citratblut (grüner bzw. blauer Deckel) darauf, dass das Röhrchen vollständig gefüllt ist. Die zur Gerinnungshemmung verwendeten Lösungen müssen im genau festgelegten Verhältnis vorliegen (z. B 1 Teil Citrat + 9 Teile Blut). Bei allen Röhrchen mit Antikoagulantien (Citrat-, EDTA-, Heparinröhrchen) müssen die Röhrchen unmittelbar nach der Blutabnahme dreimal gekippt und gedreht werden (Schaumbildung vermeiden, nicht schütteln). Achten Sie bitte auch auf das Verfallsdatum der Probenröhrchen.
Um Störfaktoren durch Antikoagulantienverschleppung zu vermeiden, bitte die Reihenfolge der Entnahmegefäße bei der Blutabnahme beachten:

  • Serumröhrchen (braune Kappe)
  • Citratröhrchen (grüne Kappe)
  • EDTA-Röhrchen (rote Kappe)

  • Blutentnahmen aus Kathetern

Abnahmen aus Venenkathetern lassen sich nicht immer vermeiden. Der Zugang muss aber vor der Abnahme unbedingt mit NaCl 0,9% gespült und eine ausreichende Menge Blut (im Regelfall 10-20 ml) verworfen werden. Besonders leicht gestört werden die Untersuchungen der Klinischen Chemie (durch Infusionslösungen), Gerinnungsanalysen (durch Heparin) und das therapeutische Drug Monitoring (z.B. Digoxin, Antibiotika).

b) Uringewinnung
Wegen der hohen Konzentration aller Bestandteile ist Morgenurin (als Mittelstrahlurin) für qualitative Untersuchungen (Urinstatus) am besten geeignet. Der zweite Morgenurin wird mindestens 2 h nach dem ersten Morgenurin am Vormittag als Mittelstrahlurin gewonnen. Er liefert die verlässlichsten Durchschnittswerte einzelner Parameter und wird daher häufig als Ersatz für Sammelurin verwendet. Qualitative Proteinuntersuchungen sollten in der Regel aus dem zweiten Morgenurin durchgeführt werden.

Spontanurin senden Sie bitte im Urinröhrchen ein. Die speziellen Urinröhrchen (Monovetten) lassen sich hygienisch befüllen und sind vom Umweltaspekt (Abfall) und von der Wirtschaftlichkeit anderen Urinbechern überlegen. Das Urinröhrchen (10 ml) muss bis 1 cm unter den Rand gefüllt werden.
Im Allgemeinen werden quantitative Bestimmungen aus 24h-Urin durchgeführt.

Durchführung der Sammlung:
Am Morgen des Sammeltages wird zu festgelegter Zeit (z.B. 7:00 Uhr) die Blase entleert und dieser Urin verworfen. Danach wird über 24 Stunden der gesamte Urin einschließlich des Morgenurins am nächsten Tag (in diesem Beispiel bis 7:00 Uhr) mit einem Plastikbecher aufgenommen und in einem Sammelgefäß (Sarstedt, Best.Nr. 77.580) gesammelt. Bei der Sammlung müssen stets neue, saubere Sammelgefäße verwendet werden. Die Lagerung erfolgt vorzugsweise bei +4°C.
Das Volumen des 24h-Urins ist genau zu bestimmen und auf dem Untersuchungsantrag zusammen mit der Sammelzeit anzugeben. Nach gründlichem Mischen des Urins wird ein Aliquot mit Hilfe einer Saugkanüle in das Standardprobengefäß aufgenommen. Kürzere Sammelperioden als 24 h sind nicht empfehlenswert, da hierbei sehr häufig falsch gesammelt wird.
Häufige, unbedingt zu vermeidende Fehlerquellen bei der Gewinnung von Sammelurin ist das Nichtentleeren der Blase zu Beginn der Sammelzeit und ein Urinverlust bei der Defäkation.

Bei der Sammlung von 24h-Urin für die Bestimmung von Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin, Vanillinmandelsäure, Metanephrinen und 5-Hydroxyindolessigsäure (Kühlung erforderlich) (siehe Details im Analysenverzeichnis) muss der Sammelurin angesäuert werden, um die Substanzen vor dem Zersetzen zu bewahren. Das Set zur Sammeluringewinnung ist über die Materialwirtschaft zu bestellen: UriSet24, Fa. Sarstedt, Kat. Nr. 77.578. Bitte informieren Sie den Patienten insbesondere bei ambulanten Untersuchungen, dass das Sammelgefäß Salzsäure enthalten muss und weisen ihn auf die etwaigen Gefahren hin.

Sammlung von Urin für Ca und Phosphat

c) Liquor
Liquor muss in sterile Kunststoffröhrchen ohne jegliche Zusätze abgenommen werden und der Punktionsort (lumbal, suboccipital, Ventrikel-Drainage bzw. Ommaya-Reservoir) angegeben werden. Die Röhrchen sind entsprechend der Abfolge der Probenentnahme zu nummerieren. Der Liquor muss innerhalb einer Stunde nach Gewinnung in das Labor bei Raumtemperatur transportiert werden, da ansonsten die zellulären Elemente nicht mehr beurteilbar sind. Bei blutigem Liquor schließen Sie bitte durch die Dreigläserprobe aus, dass die Blutbeimengung artifiziell ist.
Zu jedem Liquor sind parallel 5 ml Vollblut abzunehmen und einzusenden, bei trübem und stark blutigem Liquor muss zusätzlich eine gelbe Fluorid-Monovette für die Lactatbestimmung mit abgenommen werden.

Weitere notwendige Informationen sind

  • Angaben zu therapeutischen Maßnahmen (Medikamente, proteinhaltige Infusionen, Plasmapherese, Liquorpherese, Bestrahlung u.a.)
  • Angabe, ob Erstpunktion oder Wiederholung
  • Diagnose bzw. Verdachtsdiagnose (auch Grunderkrankung wie Meningokokken-Verdacht, HIV, ZNS-Beteiligung bei maligner Grunderkrankung usw.)

Hinweise zur Liquordiagnostik

  • ab einer Zellzahl kernhaltiger Zellen von 8000/µl ist das Quotientendiagramm nicht mehr gültig
  • Eine Kontamination (z. B. mit Zellstoff und Desinfektionsmaterialien) muss ausgeschlossen werden
  • Für die Basisuntersuchung (Zellzahl, gegebenenfalls morphologische Differenzierung, Gesamteiweiß, Lactat) sollten mindestens 4 ml Liquor eingesandt werden.

d) Sondermaterial

Sondermaterial sind u.a. Dialysat, Aszites, Pleurapunktat usw. Die Art des Materials ist anzugeben. Bitte beachten Sie, dass zur Durchführung einiger Untersuchungen die Gerinnung gehemmt werden muss, also eine Abnahme in EDTA-Röhrchen erfolgen muss.
Bitte zögern Sie nicht, vor der Entnahme Kontakt mit dem Labor aufzunehmen, um die analytischen Möglichkeiten zu besprechen und um eventuell nötige Antikoagulantien der Probe zusetzen zu können.

3.3 Probentransport, Probenversand

3.3.1 Probentransport innerhalb des Universitätsklinikums

Rohrpost
Innerhalb des Universitätsklinikums erfolgt der Probentransport durch die Rohrpost und den zentralen Fahrdienst. Bei Rohrpoststörungen länger als 30 Minuten tritt ein Notfallplan, koordiniert durch den zentralen Fahrdienst, in Kraft.
Probengefäße (Monovetten) und evtl. Auftragsbelege müssen in Transportbeuteln mit dem Aufdruck „Zentrallabor" oder „Zentrallabor - Notfall" in der Rohrposthülse transportiert werden. Die Transportbeutel sind maximal mit 3 Aufträgen zu befüllen. Auf einen sicheren Verschluss der Transportbeutel (Klebestreifen) ist zu achten! Unverpackte Probengefäße (Monovetten) dürfen keinesfalls lose in den Rohrposthülsen verschickt werden.
Zentraler Fahrdienst
Proben aus Einrichtungen ohne Rohrpostanschluss werden durch den zentralen Fahrdienst des Universitätsklinikums in Transportbehältern (blau) transportiert. Probengefäße und evtl. Auftragsbelege müssen in Versandbeuteln mit dem Aufdruck „Zentrallabor" oder „Zentrallabor - Notfall" in den Transportbehältern transportiert werden. Die Transportbeutel sind maximal mit 3 Aufträgen zu befüllen. Auf einen sicheren Verschluss der Transportbeutel (Klebestreifen) ist zu achten! Unverpackte Probengefäße dürfen keinesfalls lose in den Transportbehältern transportiert werden.
Zeitintervalle
Damit das Zeitintervall zwischen Abnahmezeit und Eingangszeit im Labor möglichst kurz gehalten wird, sollen Proben möglichst sofort nach Abnahme (Rohrpost: max. 15 Minuten, Fahrdienst: max. 2 Stunden) an das Labor verschickt werden. Über den Transport besonders instabiler zeitkritischer Untersuchungen informieren Sie sich im entsprechenden Abschnitt des Leistungsverzeichnisses.

3.3.2 Probenversand an Auftragslaboratorien

Der Probenversand erfolgt an festgelegte Auftragslaboratorien durch das Institut für Laboratoriumsmedizin (ILM). Sonderversendungen (z.B. abweichende Auftragslaboratorien oder Sofortversand) sind beim diensthabenden Laborwissenschaftler durch den Einsender anzumelden (siehe Abschnitt „Externe Vergabe von Analysen").
Verpackung
Der Versand von diagnostischen Proben erfolgt durch die Post, Kurierdienste oder Fahrdienste von Auftragslaboratorien. Da öffentliche Verkehrswege genutzt werden, gilt das Gefahrgutrecht (Gefahrgutverordnung Straße, Eisenbahn und Binnenschifffahrt (GGVSEB)). Für diagnostische Proben (UN-Nr. 3373) ist die Verpackung gemäß Verpackungsanweisung P650 durchzuführen:

  1. Primärverpackung, flüssigkeitsdicht (Probengefäß, Monovette)
  2. Sekundärverpackung, flüssigkeitsdicht (Schutzhülle mit saugfähigem Material)
  3. Umverpackung, Mindestgröße 10x10cm

Die Außenverpackung muss folgende Kennzeichnungen tragen:
UN-Nummer 3373
Biologischer Stoff Kategorie B
Bitte beachten:
Diese Regelung gilt nicht für ansteckungsfähige Stoffe der UN 2814 (Gefährliche Krankheitserreger der WHO Risikogruppe 4 (z.B. Ebola-Virus, Lassa-Virus, Pockenviren).
Versandarten
Je nach Probenstabilität (siehe Leistungsverzeichnis) erfolgt der Versand ungekühlt, gekühlt (Kühl-Akku) oder gefroren (Trockeneis). Der Transport gekühlter oder gefrorener Proben erfolgt immer mittels Kurierdienst oder Fahrdienste von Auftragslaboratorien.

Versandzeiten
Montag bis Freitag 07:30 - 16:00 Uhr erfolgt der Probenversand (Post, Kurierdienst) zu festgelegten Zeiten (Probeneingang bis 13:00 Uhr) aus dem Labor über die zentrale Poststelle. Die Zustellung von Sendungen per Kurier erfolgt dann am nächsten Tag 10:00 Uhr. Sonderzeiten (Sofortversand 7/24) oder Sonderzustellzeiten (z.B. am Folgetag 09:00 Uhr) sind beim diensthabenden Laborwissenschaftler durch den Einsender anzumelden und zu begründen. Außerhalb der Öffnungszeiten der Poststelle wird der Versand (Kurierdienst) vom Labor organisiert.
Der Versandprobentransport durch die Fahrdienste von Auftragslaboratorien erfolgt zu regelmäßigen Zeiten oder auf Anforderung.

4. Laborrechner

Auf der Homepage des ILMs finden Sie einen Laborrechner den Sie für die Umrechnung von verschiedenen Maßangaben oder zur Berechnung von labormedizinischen Scores (z.B. 4-T-Score zur HIT-Diagnostik) benutzen können.

 
Letzte Änderung: 19.09.2016, 14:04 Uhr
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